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8. Oktober 2026
Kammerspiel
Gegenwartskunst im Heimatmuseum
In den Werken von Luisa Baldhuber fließen Wahrnehmungswelten ineinander, werden Räume mit Licht, Projektionen oder digitalen Bildern zu einem sinnlichen Geflecht verwoben. So auch in der ortsspezifischen Installation in der Kammer des historischen Lochmannhauses. Ausgangspunkt des Werks sind Handyfotografien, die die Künstlerin bei Exkursionen an den Starnberger See festgehalten hat – Landschaftsmomente, Natur, Wasser, Himmel und Licht. So bezieht sich auch der Titel auf den See, denn das mythisch und fremd anmutende Wort ist eine mögliche Lesart einer handschriftlichen Bezeichnung des Starnberger Sees auf einer jahrhundertealten Landkarte. Aus den Fotografien entstehen digitale Malereien, in denen die ursprünglichen Motive nur noch zu ahnen sind. Die Realität tritt zurück und öffnet einen künstlerischen Bildraum, der sich im Wechsel der Lichtfarben stetig verwandelt. Der See „fließt“ förmlich in die Kammer. Die Bildflächen passen sich perfekt in den kleinen Raum ein und scheinen ihn organisch zu erweitern. Das Kunstwerk umfängt die Besuchenden in einer fast meditativen Verbindung von Innen- und Außenwelt.
Zur Eröffnung des Kammerspiels weitet sich der kleine Raum noch einmal – die Münchner Klangkünstlerin Ophelia Flassig bringt das Haus zum Tönen. In ihrem Klanganzug mit Mikrofonen an Händen und Füßen fängt sie Geräusche des Jetzt ein, als Hall der Jahrhunderte. Sie bringt Dielen, Kessel und Balken zum Klingen, schichtet die Resonanzen live zu Tonschleifen und verwebt sie mit dem Wasser. Lochmannhaus und See treffen sich zum bayerischen Hoagascht – zum freien Gleichklang und gemeinsamen Schwingen – ein Klangkunstwerk, das im Moment entsteht.
Laufzeit: 09.10.-08.11.2026
© Website des Museum Starnberger See

Photo by © Luisa Baldhuber