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23. Juli 2026
AUFTRAGSARBEIT „PENDULUM IN TRANSITU“
Installation von Amélie Esterházy
Columbarium St. Donatus Aachen-Brand
Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Columbarium St. Donatus in Aachen-Brand am 13. Juni 2026 wurde Amélie Esterházys fünfteiliges Auftragswerk für die große Eckkapelle offiziell enthüllt.
Fünf kreisrunde Elemente schweben frei im Raum wie überdimensionale Pendel. Die fünf Elemente mit Durchmessern von 165 cm, 120 cm, 100 cm, 75 cm und 73 cm, reagieren auf jede Bewegung der Luft und auf den wechselnden Einfall des Lichts. Ihre spiegelnden Außenseiten und die goldenen Speculum-Arbeiten im Inneren erzeugen fortwährend neue Reflexionen und verändern den Raum mit jedem Augenblick.
Das Pendel steht seit jeher für den Rhythmus der Zeit , für Bewegung, Vergänglichkeit und Wiederkehr. In seiner Schwingung markiert es das Fortschreiten des Lebens und verweist zugleich auf das, was über die Zeit hinausweist: die Ewigkeit. So wird das Kolumbarium selbst Teil der Arbeit, in der Architektur, Licht und Bewegung miteinander in Resonanz treten.
Ihre größte Wirkung entfaltet die Installation in der dunkelsten Stunde des Tages. Dann reflektieren die spiegelnden Oberflächen das wenige Licht, das noch vorhanden ist, und entwickeln daraus eine stille, beinahe unwirkliche Präsenz. Gerade an einem Ort der Erinnerung und des Abschieds erhält dieses fragile Licht eine besondere Bedeutung. Dort, wo Dunkelheit ihren größten Raum einnimmt, bleibt dennoch immer etwas, das Licht zurückwirft.
Pendulum in Transitu versteht das Pendel als Sinnbild des Übergangs zwischen Bewegung und Ruhe, Leben und Tod, Vergänglichkeit und Ewigkeit. Die Arbeit macht erfahrbar, dass selbst dort, wo Dunkelheit ihren größten Raum einnimmt, immer etwas bleibt, das Licht reflektiert.

Photo by Amélie Esterházy